Der Wintersturm „Goretti“ hat am Donnerstag und Freitag große Teile Großbritanniens und Frankreichs lahmgelegt. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern riss der Sturm Bäume um, beschädigte Stromleitungen und führte zu großflächigen Stromausfällen, die Hunderttausende Haushalte betrafen. Betroffen waren vor allem der Westen Englands, die Bretagne und die Normandie.
Nach Angaben der nationalen Wetterdienste kam es in beiden Ländern zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Züge fielen aus, Fähren blieben in den Häfen, und zahlreiche Schulen mussten vorsorglich schließen. In Südengland blieben nach BBC-Angaben zeitweise über 250.000 Haushalte ohne Elektrizität.
Atomkraftwerk Flamanville zeitweise abgeschaltet
In Frankreich traf der Sturm auch die Energieinfrastruktur schwer. Das Atomkraftwerk Flamanville an der Küste der Normandie wurde laut der französischen Energiebehörde vorübergehend heruntergefahren, nachdem Sturmschäden an einer externen Stromleitung aufgetreten waren. Eine Gefahr für die Sicherheit bestand nach Angaben des Energieversorgers EDF zu keiner Zeit, die Maßnahme sei rein vorsorglich erfolgt.
Parallel dazu meldeten Energieunternehmen in der Bretagne und im Département Manche tausende Haushalte ohne Strom. Reparateure waren im Dauereinsatz, jedoch erschwerten umgestürzte Bäume und blockierte Straßen die Arbeiten.
Einschränkungen im Verkehr und an Schulen
Sowohl in Großbritannien als auch in Frankreich war der öffentliche Nahverkehr erheblich eingeschränkt. In London berichtete die nationale Bahn über starke Verspätungen und Streckensperrungen. Der Flughafen Heathrow musste zahlreiche Starts und Landungen verschieben. Auch der Fährverkehr über den Ärmelkanal war am Freitag zeitweise eingestellt.
Der britische Premierminister rief die Bevölkerung zur Vorsicht auf und lobte den Einsatz der Rettungskräfte. In Frankreich wurden Notunterkünfte für Betroffene eingerichtet, insbesondere in Regionen mit länger andauernden Stromausfällen.
Ausblick und Wetterlage
Meteorologen erwarten, dass sich das Tief „Goretti“ bis zum Wochenende abschwächen wird. Dennoch warnen Behörden vor anhaltend hohen Windgeschwindigkeiten und weiteren Stromausfällen, vor allem in ländlichen Gebieten. Experten betonen die Notwendigkeit, die Stromnetze künftig sturmsicherer zu machen, um ähnliche Krisen besser zu bewältigen.
Quellen
Hunderttausende in Großbritannien und Frankreich ohne Strom
Sturm „Goretti“: Zehntausende Haushalte in Frankreich ohne Strom