Der für zwei Tage angesetzte Besuch des syrischen Übergangspräsidenten in Berlin wurde überraschend abgesagt. Nach Angaben aus Regierungskreisen sollte der Politiker ursprünglich Vertreter der deutschen Bundesregierung treffen, um über humanitäre Hilfe, Wiederaufbau und regionale Sicherheitsfragen zu sprechen. Offiziell wurde die Reise aus „organisatorischen Gründen“ verschoben – ein neuer Termin steht bislang nicht fest.
Geplante Treffen mit deutscher Politik
Während des Besuchs waren Gespräche im Auswärtigen Amt und Treffen mit Bundestagsabgeordneten vorgesehen. Zudem stand ein Austausch mit humanitären Organisationen über den Wiederaufbau in Syrien auf dem Programm. Beobachter vermuten jedoch, dass die kurzfristige Absage auch politisch motiviert sein könnte, da in Berlin im Vorfeld größer angelegte Proteste angekündigt worden waren.
Proteste in Berlin trotz Absage angekündigt
Mehrere syrische Exilgruppen sowie Menschenrechtsinitiativen hatten bereits Kundgebungen am Brandenburger Tor und vor dem Kanzleramt geplant, um auf die Lage in Syrien aufmerksam zu machen. Trotz der Verschiebung des Besuchs wollen viele Aktivisten an ihren Demonstrationen festhalten. Ein Sprecher einer syrischen Oppositionsgruppe erklärte, die Absage ändere „nichts an der politischen Realität“ und die Proteste seien „ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern des syrischen Bürgerkriegs“.
Reaktionen in den sozialen Medien
In den sozialen Netzwerken sorgte die Nachricht von der Reiseabsage für teils heftige Diskussionen. Unter dem Hashtag #SyriaBerlin äußerten sich viele Nutzer kritisch zur politischen Rolle des Übergangspräsidenten. Andere Stimmen betonten die Notwendigkeit eines Dialogs mit Syrien, um langfristig Stabilität in der Region zu schaffen.
Quellen
Syriens Übergangspräsident verschiebt Deutschland-Besuch kurzfristig
Übergangspräsident al-Scharaa kommt vorerst nicht nach Deutschland