Australien galt lange als Weltmeister der Waffenkontrolle nach dem Massaker von Port Arthur 1996, doch der Anschlag in Bondi Junction hat Schwachstellen offenbart. Beim Angriff am 14. Dezember 2025 töteten zwei Schützen 15 Menschen, darunter eine 10-jährige Mädchen und einen britischstämmigen Rabbi, bei einer jüdischen Feier am Bondi Beach. Ein Schütze besaß legal sechs Schusswaffen, was die Debatte über die Wirksamkeit der Gesetze neu entfacht hat.
Hintergrund des Port-Arthur-Massakers
Das Massaker von Port Arthur 1996 forderte 35 Tote und führte zu einheitlichen, strengen Waffengesetzen in ganz Australien. Es wurden halbautomatische Waffen verboten, Lizenzierungen verschärft und ein Buyback-Programm eingeführt, das rund eine Million Schusswaffen aus dem Verkehr zog. Seitdem sanken Massenschießereien dramatisch, doch die Zahl legaler Feuerwaffen stieg auf über 4 Millionen – mehr als 1996.
Der Bondi-Anschlag und legale Waffen
Der ältere Schütze Sajid Akram hielt seit zehn Jahren eine grundlegende Waffenlizenz und besaß sechs legal erworbene Waffen, darunter nun verbotene Typen. Der Angriff zielte auf jüdische Menschen ab und verletzte über 40 Personen, was als antisemitischer Terrorakt gilt. Trotz strenger Regeln wie Wartefristen und Hintergrundchecks war der Zugriff möglich, da Lizenzbesitzer im Schnitt 4,3 Waffen halten.
Politische Reaktionen und Reformen
Premier Anthony Albanese kündigte das größte Buyback-Programm seit 1996 an, finanziert von Bund und Ländern, um überschüssige und illegale Waffen einzusammeln. Neue Maßnahmen umfassen Obergrenzen für Waffen pro Person, Verbot offener Lizenzen, Staatsbürgerschaftspflicht und besseren Kriminalitätsauskunftenaustausch. Das National Cabinet einigt sich auf ein Feuerwaffenregister und regelmäßige Lizenzüberprüfungen, um Radikalisierung zu erkennen.
Herausforderungen für die Zukunft
Heutige Bedrohungen wie 3D-gedruckte Waffen und Ideologien erschweren die Kontrolle. Kritiker fordern engere Regeln, während der Konsens bröckelt. Der Bondi-Fall zeigt: Australiens Modell ist robust, aber nicht unfehlbar – weitere Anpassungen sind unerlässlich.
Quellen
Australien galt als weltweit führend in Sachen Waffenkontrolle – Bondi hat eine komplexere Realität offenbart.
Wie die Bondi-Schützen Zugang zu inzwischen verbotenen Waffen erhielten






