14.10.2026
6 Minuten Lesezeit

Grudas Geniestreich und Vandevoordts Paraden: RB Leipzig bezwingt PSV Eindhoven in der Champions League

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RB Leipzig hat in der UEFA ChampionsLeague einen wichtigen Schritt gemacht: Gegen PSV Eindhoven reichte am 13. Oktober ein 1:0 in der Red Bull Arena, um nach dem enttäuschenden Auftakt endlichdie ersten drei Punkte in der Königsklasse zu sammeln. Brajan Gruda sorgte in der 75. Minute für den entscheidenden Treffer, währendMaarten Vandevoordt mit einem gehaltenen Elfmeter von Ivan Perišić den Grundstein für den Sieg legte.

Das Ergebnis war knapp, die Bedeutung jedoch groß. In der neuen Ligaphase der Champions League zählt jeder Punkt, denn nur die besten acht Teams qualifizieren sich direkt für das Achtelfinale, während die Teams auf den Plätzen neun bis 24 in Play-offs müssen. Ein Sieg gegen einen erfahrenen niederländischen Meister ist daher mehr als nur ein Ausrufezeichen – er kann über die spätere Auslosung und den gesamten Verlauf der Gruppenphase entscheiden.

Ein Spiel mit zwei Gesichtern

Die Partie begann für RB Leipzig unruhig. Zwar hatte Ridle Baku in den ersten Minuten mit einem akrobatischen Volleyversuch die erste Chance, doch PSV wuchs rasch in die Begegnung hinein. In der 18. Minute entschied der Videoassistent nach einem Handspiel von Baku auf Elfmeter. Ivan Perišić, mit 37 Jahren einer der erfahrensten Spieler auf dem Platz, trat an – und scheiterte an Maarten Vandevoordt.

Dieser Moment veränderte die psychologische Dynamik des Abends. Für RB Leipzig war es eine Erleichterung, weil ein Rückstand gegen einen konterstarken Gegner das Spiel völlig hätte öffnen können. Für PSV war der vergebene Elfmeter ein Warnsignal: Wer in einem engen europäischen Spiel eine so klare Chance ungenutzt lässt, gibt dem Gegner Raum, Selbstvertrauen zu entwickeln.

Vandevoordt bewies danach, dass die Parade kein Zufall war. Der RB Leipzig-Torhüter parierte weitere Versuche von Filip Kostić und Sergiño Dest und sammelte insgesamt fünf Saves. Seine Ruhe, seine Stellung im Strafraum und seine Fähigkeit, in entscheidenden Momenten präsent zu sein, waren zentrale Gründe dafür, dass RB Leipzig die Null halten konnte.

Gruda liefert den Moment der Reife

Brajan Gruda war vor dem Spiel gerade erst in die Startelf zurückgekehrt. Nach der Verletzung ersetzte er Maksimović in einem 4-2-3-1, das RB Leipzig sowohl defensiv stabil hielt als auch im letzten Drittel kreativ machte. Und ausgerechnet der Youngster entschied das Spiel.

Nach einer Ecke wurde der Ball nur unzureichend geklärt. Gruda nahm die Kugel am Strafraumrand an, setzte sich gegen einen Verteidiger durch und zirkelte den Ball mit seinem linken Fuß in den entfernten Winkel. Eine leichte Ablenkung half, doch die Qualität des Abschlusses war unübersehbar. Matěj Kovář im Tor von PSV hatte keine echte Abwehrchance.

Für Gruda war es nicht nur sein erstes Champions-League-Tor, sondern auch ein Beweis, dass RB Leipzig über junge Spieler verfügt, die in hochkritischen Momenten Verantwortung übernehmen können. David Raum lobte nach dem Spiel ausdrücklich die Technik und das linke Bein des Mittelfeldspielers. Gruda selbst beschrieb den Treffer als besonderen Moment, von dem jeder Fußballer träume.

Warum dieser Sieg für RB Leipzig so wichtig ist

RB Leipzig hatte vor dieser Partie nach dem ersten Spieltag unter Druck gestanden. Ein Fehlstart in der Champions League ist in der Ligaphase besonders teuer, weil die Tabelle über acht Spieltage läuft und die Differenz zwischen direkter Achtelfinal-Qualifikation und Play-off-Runde oft nur wenige Punkte beträgt. Mit dem Sieg gegen PSV steht RB Leipzig nun bei drei Punkten und hat wieder eine solide Ausgangsbasis.

Noch wichtiger als der Tabellenstand ist jedoch die Art und Weise des Sieges. RB Leipzig zeigte, dass es nicht immer spektakuläre Offensivvorstellungen braucht, um in Europa zu gewinnen. Gegen einen physisch starken, erfahrenen Gegner war Geduld gefragt. Die Mannschaft hielt die Defensive kompakt, nutzte ihre Schnelligkeit in Umschaltmomenten und wartete auf den richtigen Augenblick.

Das ist ein Zeichen von Reife. In den vergangenen Jahren wurde RB Leipzig häufig für seine Intensität, seine Pressingstärke und seine aggressive Spielanlage gelobt. Gegen PSV zeigte das Team jedoch eine andere, ebenso wichtige Fähigkeit: die Kontrolle eines engen Spiels, ohne sich in Hektik treiben zu lassen.

Die Rolle der Neuzugänge und der neuen Struktur

Die Entwicklung von RB Leipzig in dieser Saison lässt sich auch an den personellen Entscheidungen ablesen. Die Neuzugänge RB Leipzig haben in den vergangenen Monaten dafür gesorgt, dass der Kader breiter, athletischer und variabler geworden ist. Spieler wie Ezechiel Banzuzi, Neil El Aynaoui und Brajan Gruda stehen für einen Mix aus körperlicher Präsenz, technischer Qualität und Zukunftsperspektive.

Gerade Gruda verkörpert diesen Ansatz. Er ist kein klassischer Zerstörer im Mittelfeld, sondern ein Spieler, der zwischen den Linien Lösungen sucht, Dribblings wagt und im Strafraumbereich gefährlich wird. Seine Statistik gegen PSV war beeindruckend: vier Torschüsse, drei davon auf das Tor, drei Key Pässe und drei kreierte Chancen.

Auch Antonio Nusa blieb eine konstante Gefahr. Seine Dribblings zwangen PSV immer wieder zur Defensive, und kurz nach der Halbzeit zwang er Kovář zu einer starken Parade. RB Leipzig hat damit mehrere Spieler, die einzeln einen Unterschied machen können. Das ist in einem langen europäischen Wettbewerb entscheidend, weil Gegner nicht mehr nur eine Offensivlösung planen müssen.

Vandevoordt als Sicherheitsfaktor

Ein weiterer Grund zur Zuversicht für RB Leipzig ist die Entwicklung im Tor. Die Frage nach dem RB Leipzig-Torhüter hat in den letzten Jahren immer wieder für Diskussionen gesorgt. Nun zeigt sich, dass Maarten Vandevoordt zunehmend zu einer verlässlichen Konstante wird.

Sein Elfmeter-Stop gegen Perišić war nicht nur technisch stark, sondern auch mental wichtig. Torhüter werden in Spielen wie diesen oft an solchen Momenten gemessen. Vandevoordt blieb ruhig, reagierte mit den Beinen und verhinderte einen frühen Rückstand. Später hielt er sein Team gegen Kostić und Dest im Spiel.

Für RB Leipzig ist das ein strategischer Vorteil. Ein sicherer Torhüter erlaubt der Abwehr, höher zu stehen, mutiger zu verteidigen und im Aufbau mehr Risiken einzugehen. Gerade gegen Teams wie PSV, die mit schnellen Flügelspielern und erfahrenen Profis arbeiten, kann diese Stabilität den Unterschied zwischen einem Punktverlust und einem Sieg ausmachen.

PSV verpasst seine Chance

Für PSV Eindhoven war die Niederlage besonders schmerzhaft, weil die Gäste durchaus genug hatten, um mindestens einen Punkt zu holen. Der Elfmeter in der ersten Halbzeit war die größte Gelegenheit, doch Perišić scheiterte an Vandevoordt. Später vergab Sven Mijnans eine gute Chance aus kurzer Distanz, und Armando Obispo glaubte nach einem Kopfball sogar an den Ausgleich – doch die Abseitsposition verhinderte den Treffer.

PSV brachte mit Lutsharel Geertruida, Perišić und Kostić gleich drei ehemalige Bundesliga-Profis in die Startelf. Geertruida ist dabei eine besondere Figur: Der Verteidiger ist aktuell von RB Leipzig ausgeliehen und stand damit gegen seinen eigentlichen Klub auf dem Platz. Diese Konstellation sorgte für eine zusätzliche Spannung, auch wenn am Ende die Leipzig-Defensive die besseren Antworten fand.

Die Niederlage zeigt jedoch auch die Grenzen von PSV. Die Mannschaft hat Erfahrung, individuelle Qualität und taktische Flexibilität. Gegen ein intensiv verteidigendes Team wie RB Leipzig fehlte aber am Ende die Effizienz im entscheidenden Moment.

Was nun kommt: Bayern und Madrid

Der Kalender wird für RB Leipzig jetzt deutlich härter. Zunächst wartet am Samstag, 17. Oktober, das Auswärtsspiel beim FC Bayern München in der Bundesliga. Danach geht es am 21. Oktober in der Champions League zu Real Madrid.

Wer wissen möchte, wann spielt Leipzig, findet damit einen der spannendsten Abschnitte der Saison: Bayern München in der Liga, Real Madrid in der Champions League und anschließend ein Heimspiel gegen SV Elversberg. Diese Folge von Spielen wird zeigen, ob RB Leipzig tatsächlich reif für die Spitze ist oder ob der Kader unter der hohen Belastung Schwächen zeigt.

David Raum brachte es nach dem Sieg auf den Punkt: Die beiden kommenden Auswärtsspiele in München und Madrid seien riesig, aber RB Leipzig habe nichts zu verlieren und viel zu gewinnen. Der Sieg gegen PSV gebe Selbstvertrauen und Schwung.

Perspektive: Ein Sieg, der mehr sein kann

Dieser 1:0-Sieg könnte sich am Ende der Ligaphase als besonders wertvoll erweisen. RB Leipzig hat bewiesen, dass es in einem engen europäischen Spiel gewinnen kann, ohne überragend zu dominieren. Gruda lieferte den Moment der Klasse, Vandevoordt die Absicherung, und die Mannschaft zeigte die nötige defensive Disziplin.

Wenn RB Leipzig diese Mischung aus Mut, Struktur und Effizienz mitnehmen kann, dann ist der Sieg gegen PSV mehr als ein einzelner Erfolg. Er kann zum Wendepunkt einer Champions-League-Saison werden – besonders vor dem bevorstehenden Duell mit Real Madrid.

Quellen

Brajan Grudas Tor bringt RB Leipzig gegen den PSV Eindhoven den ersten Saisonsieg ein
RB Leipzig sicherte sich erst in letzter Minute den Sieg gegen den PSV Eindhoven, als Brajan Gruda mit einem kraftvollen Schuss den ersten Champions-League-Saisonsieg für sein Team erzielte.

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