Wenige Tage vor Silvester hat sich der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhard, mit einem eindringlichen Appell an Politik und Öffentlichkeit gewandt. Angesichts zahlreicher Unfälle und Verletzungen durch Feuerwerkskörper forderte er ein Verbot der privaten Böllerei. Jedes Jahr würden Krankenhäuser um den Jahreswechsel mit schwersten Handverletzungen, Verbrennungen und Knalltraumata konfrontiert. „Private Feuerwerke sind medizinisch nicht zu rechtfertigen“, betonte Reinhard laut Medienberichten.
Böller als Waffe – zunehmende Gewalt gegen Einsatzkräfte
Neben den gesundheitlichen Folgen machen auch sicherheitspolitische Bedenken die Runde. Polizei und Rettungsdienste berichten zunehmend von Übergriffen, bei denen Feuerwerkskörper gezielt als Waffen eingesetzt werden. Diese Eskalationen, vor allem in Großstädten, seien ein ernstes Problem für die öffentliche Ordnung. Reinhard schloss sich deshalb Forderungen verschiedener Ländervertreter an, die auf ein bundesweites Verbot drängen.
Kritik und Gegenstimmen
Gegner eines Verbots argumentieren, dass ein generelles Böllerverbot traditionelle Silvesterbräuche einschränken würde. Hersteller und Händler von Feuerwerkskörpern warnen zudem vor wirtschaftlichen Verlusten in Millionenhöhe. Einige Städte setzen stattdessen auf sogenannte „Böllerverbotszonen“ in Innenstädten und lassen gleichzeitig professionell organisierte Feuerwerke zu.
Hintergrund: Jährliche Debatte um Silvester-Feuerwerk
Die Diskussion über ein Böllerverbot flammt regelmäßig auf – insbesondere nach Jahren mit vielen Verletzten oder Übergriffen. Umweltverbände verweisen auch auf die hohen Feinstaubbelastungen in der Silvesternacht und die negativen Folgen für Tiere. Laut dem Umweltbundesamt entstehen durch Feuerwerkskörper jährlich rund 2.000 Tonnen Feinstaub – etwa ein Prozent der gesamten Jahresbelastung in Deutschland.
Quellen
Ärztepräsident fordert Verbot privater Böllerei
Ärztepräsident Reinhardt fordert Böllerverbot zum Schutz der Bevölkerung