Arbeitgeberverband schlägt Alarm
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall rechnet aufgrund der anhaltend hohen Energie- und Arbeitskosten mit einem weiteren Jobabbau in der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Wie Gesamtmetall-Präsident Stefan Zander erklärte, werde der Trend zur Reduzierung von Arbeitsplätzen auch im kommenden Jahr anhalten. Bereits 2025 sei die Beschäftigung in den Unternehmen deutlich zurückgegangen – vor allem in energieintensiven Betrieben.
Laut Zander könnten „Zehntausende Jobs“ verloren gehen, falls sich die Kostenentwicklung fortsetzt und politische Gegenmaßnahmen ausbleiben. Besonders betroffen seien mittelständische Zulieferer, die unter der schwachen Binnenkonjunktur und dem internationalen Wettbewerbsdruck leiden.
Kritik an Regulierung und EU-Bürokratie
Neben den hohen Kosten sieht Gesamtmetall ein weiteres Hindernis im wachsenden Regulierungsdruck aus Brüssel und Berlin. Zander warnte davor, dass „EU-Auflagen und nationale Bürokratie“ zunehmend Ressourcen binden und Investitionen hemmen.
Der Verband fordert von der Bundesregierung konkrete Maßnahmen zur Entlastung der Unternehmen – etwa vereinfachte Berichtspflichten, einen Abbau bürokratischer Hürden sowie eine Reform der Energiepreisstruktur.
Industrie steht vor strukturellem Wandel
Die deutsche Metall- und Elektroindustrie, die rund 3,8 Millionen Menschen beschäftigt, befindet sich laut Branchenanalysten in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Neben höheren Kosten wirken auch Themen wie Digitalisierung, Dekarbonisierung und Fachkräftemangel als zusätzliche Belastungsfaktoren.
Experten betonen, dass ohne gezielte staatliche Unterstützung sowohl die nationale Wettbewerbsfähigkeit als auch die Innovationskraft vieler Schlüsselunternehmen gefährdet seien.
Quellen
Arbeitgeber rechnen mit fortgesetztem Jobabbau
Metallbranche rechnet mit Wegfall Zehntausender Jobs