Mediziner und Verbraucherschützer fordern vor dem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart eine Softdrink-Steuer, um den hohen Zuckerkonsum in Deutschland einzudämmen. In einem offenen Brief appellieren 46 Organisationen an die Delegierten, eine Herstellerabgabe auf zuckerhaltige Getränke einzuführen.
Hintergrund der Softdrink-Steuer
Deutsche verzehren jährlich über 33 Kilogramm Zucker pro Person, wobei Limonaden eine Hauptquelle darstellen, insbesondere bei Kindern. Die Initiative zielt auf den Schutz zukünftiger Generationen ab, da ernährungsbedingte Krankheiten wie Übergewicht und Adipositas zunehmen. Die Softdrink-Steuer soll Hersteller zu weniger Zucker anregen und Einnahmen für Prävention generieren.
Unterstützer und Organisationen
Der Aufruf wird von der Bundesärztekammer, der Bundeszahnärztekammer, der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin sowie dem Deutschen Kinderhilfswerk unterstützt. Diese Verbände betonen die gescheiterten Freiwilligenversprechen der Industrie, den Zuckergehalt in Softdrinks zu senken. Insgesamt 46 Organisationen fordern entschlossenes Handeln gegen steigende Gesundheitskosten.
CDU-Parteitag und Antrag
Der CDU-Parteitag findet am 20. und 21. Februar 2026 in Stuttgart statt und behandelt einen Antrag aus Schleswig-Holstein. Dieser schlägt eine gestaffelte Softdrink-Steuer vor, um den Zuckergehalt zu reduzieren, sowie eine Altersgrenze von 16 Jahren für Energy-Drinks. Trotz breiter Unterstützung empfiehlt die CDU-Kommission jedoch, den Antrag abzulehnen.
Politische Haltung und Widerstand
Bundesernährungsminister Alois Rainer (CSU) lehnt eine Zuckersteuer ab, während Ernährungsminister Özdemir sie befürwortet. Die Bundesländer und die WHO unterstützen das Konzept, das in Großbritannien bereits umgesetzt ist. Im Finanzministerium heißt es, eine Softdrink-Steuer passe nicht zum Koalitionsvertrag.
Quellen
Mediziner werben vor CDU-Parteitag für Softdrink-Steuer
Bundesländer wollen Softdrink-Steuer

