Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) äußert sich positiv zu einem möglichen Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 Jahren, inspiriert vom australischen Vorbild. Er hält eine Altersbeschränkung für mehr als berechtigt, um junge Menschen vor schädlichen Inhalten zu schützen. Die Debatte gewinnt in Deutschland an Fahrt, während eine Expertenkommission bis Sommer Vorschläge erarbeiten soll.
Australiens Pioniergesetz
Australien hat als erstes Land der Welt seit dem 10. Dezember 2025 ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt. Plattformen wie TikTok, Instagram und Snapchat müssen Konten Minderjähriger sperren, mit Strafen bis zu 31 Millionen Euro bei Nichteinhaltung. Ziel ist der Schutz vor Cybermobbing, riskantem Konsum und belastenden Inhalten.
Wildbergers Haltung
Karsten Wildberger, Deutschlands erster Bundesdigitalminister, sagt der dpa: „Ich kann dem eine Menge abgewinnen.“ Der ehemalige MediaMarktSaturn-Chef im Kabinett von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betont die tiefgreifenden Auswirkungen sozialer Medien auf die kindliche Entwicklung. Er fordert eine fundierte Diskussion über das passende Alter.
Debatte in Deutschland und EU
In Deutschland befürwortet eine Mehrheit ein Mindestalter von 16 Jahren; 85 Prozent der Erwachsenen und sogar 47 Prozent der 14- bis 17-Jährigen stimmen zu. Das EU-Parlament fordert ein Verbot unter 13 Jahren und elterliche Zustimmung bis 16. Bildungsministerin Karin Prien hatte die Diskussion zuvor angestoßen.
Nächste Schritte
Eine Regierungskommission prüft Altersgrenzen sowie Handyverbote an Schulen und legt bis Sommer Empfehlungen vor. Wildberger setzt auf Modernisierung des Staates, bleibt aber bei Jugendschutz skeptisch gegenüber unkontrollierter Nutzung. Die öffentliche Debatte zeigt breite Unterstützung für strengere Regeln.
Quellen
Digitalminister zeigt sich offen für Social-Media-Sperre
Bundesdigitalminister offen für Social-Media-Sperre für Kinder