12.08.2026
4 Minuten Lesezeit

Thijs Dallinga: Warum Werder Bremen einen 16-Millionen-Euro-Flop riskiert – und was dahintersteckt

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@2026 spox

Thijs Dallinga steht im Fokus von Werder Bremen – ein Transfer, der auf den ersten Blick wie ein klassischer „Schnäppchen-Jagd“-Move wirkt, aber bei genauerem Hinsehen eine ganze Reihe an Fragen aufwirft. Der 26-jährige Niederländer, der 2024 für satte 16 Millionen Euro vom FC Toulouse zum FC Bologna wechselte, hat in Italien nicht annähernd die Erwartungen erfüllt. In 80 Pflichtspielen brachte er es auf lediglich zwölf Tore und acht Vorlagen. Nun soll er die Offensive der Hanseaten verstärken – doch ist das wirklich eine kluge Entscheidung?

Die Zahlen lügen nicht: Ein Stürmer in der Krise

Die Statistik von Thijs Dallinga in Bologna ist ernüchternd. In der Serie A 2024/25 erzielte er in 31 Spielen nur drei Tore, in der laufenden Saison 2025/26 waren es in 23 Partien gerade einmal zwei Treffer. Sein Marktwert ist seit dem Wechsel von 18 auf knapp 9 Millionen Euro gesunken. Selbst in der niederländischen Nationalmannschaft spielt er seit seinem Debüt im November 2023 keine Rolle mehr.

Das Problem: Dallinga wirkt wie ein Stürmer, der sein Selbstvertrauen verloren hat. In Toulouse war er noch ein zuverlässiger Torjäger mit 21 Toren in 66 Ligaspielen. In Bologna hingegen fehlt ihm die Durchschlagskraft. Die Schussgenauigkeit liegt bei mageren 22 Prozent, die Expected Goals (xG) von 1,12 in der aktuellen Saison hat er nicht einmal annähernd erfüllt.

Werders Sturmsituation: Warum überhaupt Dallinga?

Auf den ersten Blick ergibt die Jagd nach Thijs Dallinga Sinn. Werder Bremen hat mit Cedric Itten (ablösefrei von Fortuna Düsseldorf, 15 Tore in 30 Spielen) und Kenny Quetant (drei Millionen Euro von Le Havre) bereits zwei Mittelstürmer verpflichtet. Dawid Kownacki, der von seiner Leihe bei Hertha BSC zurückkehrte, soll noch vor Ende der Transferphase verkauft werden.

Doch die Realität sieht anders aus: Itten ist ein klassischer Halbstürmer, der eher von der Seite kommt. Quetant ist ein junges Talent, das erst noch beweisen muss, dass er Bundesliga-Niveau hat. Die Bremer brauchen einen echten Neuner – und hier kommt Dallinga ins Spiel. Mit 1,90 Metern Körpergröße und einer robusten Spielweise würde er das Profil eines klassischen Zielstürmers erfüllen.

Das Transferpoker: Warum Bologna verkaufen will

Für den FC Bologna ist die Lage klar: Thijs Dallinga hat die hohen Erwartungen nicht erfüllt, und der Verein will die 16 Millionen Euro, die 2024 investiert wurden, nicht komplett abschreiben. Die Italiener sind laut Berichten offen für einen Verkauf – oder sogar eine Leihe mit Kaufoption.

Das Problem: Dallinga hat noch einen Vertrag bis 2028. Bologna könnte ihn also noch zwei weitere Jahre behalten und hoffen, dass er sich fängt. Doch die Serie A ist gnadenlos – und ein Stürmer, der in zwei Jahren nur fünf Ligatore erzielt, hat dort keine Zukunft.

Die Finanzen: Wie Werder den Transfer stemmen will

Hier wird es interessant. Werder Bremen plant, den Transfer von Thijs Dallinga über einen Verkauf von Karim Coulibaly zu finanzieren. Der Innenverteidiger gilt als Juwel, und mehrere Vereine sollen Interesse haben. Ein Verkauf ist fest vorgesehen.

Zwar dürften es am Ende nicht die kolportierten 40 Millionen Euro werden, aber eine üppige Millionensumme wird Coulibaly auf jeden Fall einbringen. Der bislang teuerste Verkauf der Klubgeschichte datiert aus dem Sommer 2009, als Diego für 27 Millionen Euro zu Juventus wechselte.

Für Ersatz in der Innenverteidigung ist bereits gesorgt: Oskar Wojcik wurde im Sommer für drei Millionen Euro von Cracovia verpflichtet.

Die Konkurrenz: Ein weiterer Bundesligist mischt sich ein

Laut Transferjournalisten gibt es neben Werder Bremen noch einen weiteren Bundesligisten, der ein Auge auf Thijs Dallinga geworfen hat. Wer das ist, bleibt vorerst unklar – doch die Konkurrenz macht das Transferpoker für die Hanseaten nicht einfacher.

Ein Wechsel von Dallinga an den Osterdeich ist längst nicht entschieden. Als Alternativen für den Werder-Sturm wurden Tomas Bobcek von Gdansk und Alexis Cuello von San Lorenzo genannt.

Die Risiken: Warum Dallinga scheitern könnte

Die größte Frage ist: Warum sollte Thijs Dallinga in Bremen plötzlich aufblühen, wenn er es in Bologna nicht geschafft hat? Die Bundesliga ist physisch anspruchsvoll, aber auch die Serie A ist keine Liga für schwache Nerven.

Ein möglicher Grund für Dallingas Formeinbruch könnte der Systemwechsel sein. In Toulouse spielte er in einem Offensivsystem, das auf schnelle Konter und direkte Pässe setzte. In Bologna hingegen wurde er in ein taktisch diszipliniertes System integriert, das weniger Raum für individuelle Aktionen ließ.

Werder Bremen spielt ebenfalls ein eher defensiv orientiertes System. Ob Dallinga darin zurechtkommt, ist fraglich.

Die Chancen: Warum es trotzdem klappen könnte

Trotz aller Bedenken gibt es auch Argumente für einen Transfer. Thijs Dallinga ist erst 26 Jahre alt – für einen Stürmer ist das noch kein Alter, in dem die Karriere bergab geht. Er hat in Toulouse bewiesen, dass er Tore schießen kann. Vielleicht braucht er nur einen Neuanfang.

Werder Bremen bietet genau das: Ein neues Umfeld, eine neue Liga, neue Mitspieler. Die Hanseaten sind bekannt dafür, Spieler zu entwickeln, die anderswo gescheitert sind. Denke an Niclas Füllkrug, der in Dortmund zum Nationalspieler wurde, oder an Marvin Ducksch, der in Bremen seine beste Zeit erlebt.

Die Alternativen: Wen Werder noch im Visier hat

Werder Bremen hat auch andere Optionen im Visier. Tomas Bobcek von Gdansk und Alexis Cuello von San Lorenzo wurden als Alternativen genannt. Beide sind jünger und haben noch keine so enttäuschende Bilanz wie Dallinga.

Bobcek gilt als großes Talent, das in Polen bereits überzeugt hat. Cuello ist ein argentinischer Stürmer, der in der ersten Liga seines Landes auf sich aufmerksam gemacht hat. Beide wären risikoärmere Transfers – aber auch weniger erfahren.

Die Zukunft: Was ein Transfer für Werder bedeutet

Sollte Thijs Dallinga tatsächlich nach Bremen wechseln, wäre das ein klares Signal: Die Hanseaten wollen in der kommenden Saison um die europäische Qualifikation mitspielen. Ein Stürmer, der einst 16 Millionen Euro gekostet hat, ist eine Investition, die zeigt, dass der Verein Ambitionen hat.

Gleichzeitig wäre es ein Risiko. Sollte Dallinga auch in Bremen nicht funktionieren, wäre das ein herber Rückschlag. Die Bremer müssten dann erneut auf die Suche nach einem Stürmer gehen – und das mitten in der Saison.

Fazit: Ein Transfer mit vielen Fragezeichen

Thijs Dallinga ist ein Transfer, der polarisiert. Auf der einen Seite steht ein Stürmer, der in Toulouse bewiesen hat, dass er Tore schießen kann. Auf der anderen Seite steht ein Spieler, der in Bologna gescheitert ist und dessen Selbstvertrauen angekratzt sein dürfte.

Werder Bremen setzt auf die Hoffnung, dass Dallinga in einem neuen Umfeld wieder zu alter Form findet. Die Finanzen sollen über einen Verkauf von Coulibaly gestemmt werden. Die Konkurrenz aus der Bundesliga macht das Transferpoker jedoch nicht einfacher.

Ob Thijs Dallinga am Ende an den Osterdeich wechselt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Es wäre ein Transfer mit vielen Fragezeichen – aber genau das macht den Fußball ja auch so spannend.

Quellen

Er kostete einst 16 Millionen Euro: Transfer-Hammer bei Werder Bremen?
ThijsDallinga



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