Ein neuer Trend aus TikTok hat Schüler in München erfasst: Aromatisierte Zahnstocher mit Geschmacksrichtungen wie Minze oder Zimt werden im Mundwinkel getragen, ähnlich wie Cowboys in Western-Filmen. Besonders Siebt- und Achtklässler an der Carl-von-Linde-Realschule kaueten sie im Unterricht, was Lehrer störte und zu Sicherheitsbedenken führte. Der Hype begann international, etwa als Ryan Reynolds einen solchen Zahnstocher lobte, und verbreitet sich nun rasch über Social Media.
Das Risiko durch Nikotinzahnstocher
Neben harmlosen Varianten gibt es Zahnstocher mit Nikotin, die bis zu 6 Milligramm enthalten – dreimal so viel wie eine Zigarette mit etwa 2 Milligramm. In Deutschland nicht legal erhältlich, lassen sie sich online aus dem Ausland beziehen und bergen ein hohes Suchtpotenzial für nikotinempfindliche Jugendliche. Suchtexpertin Dr. Rabenstein vom LMU Klinikum warnt: Sie werden nicht zum Aufhören genutzt, sondern ziehen Neue in die Abhängigkeit.
Reaktion der Carl-von-Linde-Realschule
Kommissarischer Schulleiter Harald Kraus erließ ein vollständiges Verbot aller Zahnstocher auf dem Schulgelände, da eine Unterscheidung zwischen nikotinfreien und Nikotin-Produkten unmöglich ist. Eltern wurden per Schreiben informiert, Lehrer prüfen in Pausen die Einhaltung. Kraus betont: „Suchtmittel haben an unserer Schule nichts zu suchen“.
Ausblick und weitere Maßnahmen
Bildungsreferent Florian Kraus lobt die Wachsamkeit der Schule gegenüber Social-Media-Trends, ein flächendeckendes Verbot in München ist nicht geplant. Experten fordern Aufklärung zu Risiken wie Karies oder Verletzungen, während Nikotinzahnstocher in Bayern zunehmen. Schulen müssen Trends proaktiv bekämpfen, um Jugendliche zu schützen.
Quellen
Schule verbietet Schülern Zahnstocher
TikTok-Trend führt zu Zahnstocher-Verbot an Münchner Schule