Von Aktivrente bis Wehrdienst: 2026 wird sich im Alltag vieler Menschen etwas ändern. Die Bundesregierung hat bis zuletzt viele Gesetze verabschiedet, die auf Leben und Geldbeutel Auswirkungen haben werden. Ein Überblick.
Aktivrente: Steuerfreier Zuverdienst für Rentner
Ab 1. Januar 2026 können Rentner, die das gesetzliche Rentenalter erreicht haben und weiterarbeiten, bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen. Diese Regelung gilt zunächst nur für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen und soll bis zu 890 Millionen Euro jährlich kosten.
Die Aktivrente belohnt freiwillige Erwerbstätigkeit im Alter und entlastet Betroffene finanziell. Selbstständige und Minijobber sind derzeit ausgeschlossen, Änderungen sind aber möglich.
Neuer Wehrdienst: Pflichten für junge Männer
Das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz tritt am 1. Januar 2026 in Kraft und basiert zunächst auf Freiwilligkeit. Alle Männer ab Geburtsjahrgang 2008 müssen jedoch eine verpflichtende Bereitschaftserklärung abgeben und sich mustern lassen.
Ziel ist ein verbessertes Lagebild für die Bundeswehr mit 260.000 Soldaten und 200.000 Reservisten. Bei Bedarf kann eine Bedarfswehrpflicht per Losverfahren eingeführt werden.
Steuer- und Lohnänderungen
Der Einkommensteuer-Grundfreibetrag steigt auf 12.348 Euro, der Mindestlohn auf 13,90 Euro pro Stunde. Die Minijob-Grenze erhöht sich auf 603 Euro monatlich, Kindergeld auf 259 Euro pro Kind.
Pendlerpauschale wird einheitlich auf 38 Cent pro Kilometer ab dem ersten Meter. Ehrenamtspauschale steigt auf 960 Euro, Übungsleiterpauschale auf 3.300 Euro steuerfrei.
Energie- und Mobilitätsentlastungen
Strom-Netzentgelte sinken durch einen 6,5-Milliarden-Zuschuss um ca. 1,52 Cent/kWh, Gasspeicherumlage entfällt. E-Autos bleiben bis 2030/35 steuerfrei, neue Kaufprämie bis 5.000 Euro für Geringverdiener.
Deutschlandticket kostet ab Januar 63 Euro statt 58 Euro. CO2-Preis bleibt im Korridor 55-65 Euro/Tonne, Kfz-Steuer nur noch einmalig zahlbar.
Weitere Alltagsänderungen
Renten steigen ab Juli um ca. 3,7 Prozent, Ganztagsbetreuung für Erstklässler ab August Rechtsanspruch. Schufa-Score wird transparenter, Bonpflicht-Abschaffung möglich, Lachgas-Verbot für Minderjährige ab April.
Bürgergeld wird ab Mitte 2026 zu Grundsicherungsgeld mit strengeren Sanktionen. EU AI Act fordert KI-Kennzeichnung ab August.
Quellen
Was sich im neuen Jahr ändert
Änderungen 2026: Neue Gesetze und Pflichten im Überblick

