Drei Wochen nach dem folgenschweren Anschlag auf Teile der Berliner Stromversorgung intensiviert die Polizei die Suche nach den Tätern. Wie die Innenverwaltung am Montag mitteilte, hat der Senat eine Belohnung in Höhe von einer Million Euro für entscheidende Hinweise zur Aufklärung des Falls ausgesetzt. Die Ermittler schließen nach bisherigen Erkenntnissen ein technisches Versagen aus.
Der Angriff hatte weite Teile des südlichen Stadtgebiets betroffen und zu erheblichen Einschränkungen in Verkehr, Krankenhäusern und Kommunikationsnetzen geführt. Besonders betroffen war der Bezirk Neukölln, wo mehrere Umspannwerke vorsätzlich sabotiert worden sein sollen.
Senatorin Spranger spricht von „einmaligem Vorgang“
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) bezeichnete den Fall als „einmaligen Vorgang in der Geschichte der Hauptstadt“. Noch nie zuvor sei eine derart hohe Belohnung im Zusammenhang mit einem Sabotageakt gegen die städtische Infrastruktur ausgesetzt worden.
Spranger betonte, man wolle „mit allen rechtsstaatlichen Mitteln“ vorgehen und Täter sowie Hintermänner ausfindig machen. Zudem werde geprüft, ob der Angriff politisch motiviert war oder ob kriminelle Gruppierungen dahinterstehen könnten.
Sicherheitsbehörden erhöhen Schutz kritischer Infrastruktur
Nach dem Anschlag wurden in verschiedenen Bezirken Berlins die Sicherheitsmaßnahmen für Energieanlagen und Kommunikationszentren massiv ausgeweitet. Laut Informationen aus Sicherheitskreisen werden derzeit auch mögliche Cyberangriffe als ergänzender Bestandteil des Anschlags untersucht.
Die Berliner Polizei arbeitet eng mit Bundesbehörden und Energieversorgern zusammen, um Schwachstellen im Versorgungsnetz zu identifizieren und zu sichern.
Bevölkerung zeigt hohe Solidarität
Unterdessen wächst in der Berliner Bevölkerung die Solidarität mit den betroffenen Einrichtungen. In sozialen Netzwerken fordern viele Nutzer eine konsequente Aufklärung der Tat und stärkere Schutzmaßnahmen gegen ähnliche Angriffe.
Die ein Million Euro umfassende Belohnung gilt als klares Signal, dass die Behörden den Fall mit höchster Priorität behandeln. Hinweise können anonym bei jeder Polizeidienststelle oder über das Hinweisportal des Landeskriminalamtes Berlin eingereicht werden.
Quellen
Millionen-Belohnung für Aufklärung ausgesetzt
„Das ist ein einmaliger Vorgang“: Eine Million Euro für Hinweise zum Berliner Stromanschlag ausgelobt

