Mehrwertsteuer-Erhöhung: Aktuelle Debatten und Prognosen
Die Debatte um eine Mehrwertsteuer-Erhöhung in Deutschland gewinnt an Fahrt, da die Bundesregierung mit Milliardenlöchern im Haushalt konfrontiert ist. Experten wie Marcel Fratzscher warnen vor sozialen Auswirkungen, während Koalitionskreise Optionen prüfen.
Hintergrund der Diskussion
Der Präsident des DIW, Marcel Fratzscher, prognostiziert eine Anhebung der Mehrwertsteuer von 19 auf 21 Prozent, um ein Haushaltsdefizit von über 130 Milliarden Euro in den Jahren 2027 bis 2029 zu decken. Diese Mehrwertsteuer-Erhöhung würde rund 30 Milliarden Euro einbringen, trifft jedoch vor allem Geringverdiener überproportional hart. Fratzscher kritisiert die schwarz-rote Koalition aus Union und SPD dafür, dass sie sich den einfachsten Weg wähle.
Neueste Entwicklungen in der Regierung
Laut einem Handelsblatt-Bericht vom 24. März 2026 finden interne Gespräche in Koalitionskreisen statt, in denen eine Mehrwertsteuer-Erhöhung um zwei oder drei Prozentpunkte diskutiert wird. Als Ausgleich sollen Entlastungen bei der Einkommensteuer oder Sozialbeiträgen geplant werden, etwa durch Senkung des ermäßigten Satzes für Lebensmittel von 7 auf 4 Prozent. Das Finanzministerium plant jedoch keine solche Erhöhung vorzuschlagen, während die Union sie ins Spiel bringt.
Soziale und wirtschaftliche Folgen
Eine Mehrwertsteuer-Erhöhung würde den Konsum bremsen und einkommensschwache Haushalte stärker belasten, da sie regressiv wirkt. Im Kontrast dazu gab es zu Jahresbeginn 2026 eine temporäre Senkung in der Gastronomie, die jedoch als Ausnahme gilt. Alternativen wie Steuerentlastungen bei Sozialabgaben werden debattiert, um faire Verteilung zu gewährleisten.
Quellen
Wirtschaftsforscher Fratzscher rechnet mit Mehrwertsteuererhöhung auf 21 Prozent
Mehrwertsteuererhöhung auf 21 Prozent

