Das ZDF Politbarometer bleibt eine der zentralen Umfragen zur politischen Stimmung in Deutschland. Jeden Monat zeigt die Erhebung, wie Parteien dastehen und welche Themen die Bevölkerung aktuell beschäftigen. Im aktuellen Politbarometer vom April 2026 fallen vor allem zwei Entwicklungen auf: der Aufstieg der AfD und die nachlassende Zufriedenheit mit der Bundesregierung.
Was das Politbarometer zeigt
Im April 2026 liegt die AfD in der Projektion erstmals vor der Union: Die CDU/CSU erreicht laut Politbarometer 25 Prozent, die AfD kommt auf 26 Prozent. Die SPD bleibt bei 12 Prozent und verzeichnet damit den niedrigsten Wert in der langen Geschichte der ZDF‑Umfrage. Die Grünen kommen auf 14 Prozent, die Linke auf 11 Prozent, während Union und SPD zusammen keine parlamentarische Mehrheit mehr erreichen würden.
Über die bloße „Sonntagsfrage“ hinaus misst das Politbarometer auch die Zufriedenheit mit der Bundesregierung und mit dem Kanzler. Im April geben nur noch 27 Prozent der Befragten an, mit der Arbeit der Regierung insgesamt zufrieden zu sein. 63 Prozent vergeben ein schlechtes Zeugnis, ein deutlicher Vertrauensverlust gegenüber der vorherigen Erhebung.
Wichtige Themen hinter den Zahlen
Die Forschungsgruppe Wahlen führt das Politbarometer seit 1977 fast monatlich durch und liefert damit einen langen Zeitraum an vergleichbaren Daten. Neben den Parteipräferenzen wird auch die Einschätzung der Regierungspolitik abgefragt, etwa zu Themen wie Energiepreise, Wirtschaftslage oder Klimapolitik. Aktuell zeigt sich eine große Mehrheit der Befragten davon überzeugt, dass die Bundesregierung zu wenig gegen die steigenden Energiepreise unternimmt.
Außerdem werden regelmäßig führende Politikerinnen und Politiker bewertet. Die Umfrage zeigt, dass die Zufriedenheit mit Kanzler Friedrich Merz auf ein Rekordtief gefallen ist: 65 Prozent der Befragten bescheinigen ihm eine schlechte Arbeit. Solche Werte werden im Politbarometer seit Jahrzehnten dokumentiert und liefern wichtige Hinweise auf die Stimmungslage im Land.
Rolle des Politbarometer für Journalismus und Forschung
Das reguläre Erscheinen des Politbarometer im ZDF‑Programm macht es zu einem wichtigen Orientierungspunkt für Medien und Wissenschaft. Zeitungen, Online‑Portale und TV‑Sendungen greifen die aktuellen Zahlen regelmäßig auf, um die politische Stimmung zu erklären. Gleichzeitig bietet die Forschungsgruppe die Daten auch für wissenschaftliche Analysen auf, etwa über GESIS, wo die Politbarometer‑Datensätze langfristig aufbereitet und zugänglich gemacht werden.
Für Bürgerinnen und Bürger ist das Politbarometer eine Möglichkeit, die eigene politische Einschätzung mit der überwiegenden Stimmung im Land zu vergleichen. Gerade in Zeiten großer politischer Unsicherheit und wirtschaftlicher Spannungen liefert die monatliche Umfrage eine klare Einordnung, wie weit Regierung und Opposition Unterstützung in der Bevölkerung tatsächlich genießen.
Quellen
Projektion: AfD erstmals vor Union – Große Mehrheit: Bundesregierung tut zu wenig gegen steigende Energiepreise
AfD schockt Union in Umfrage