Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach dem Ukraine-Gipfel in Berlin eindringlich zu einer Waffenruhe über Weihnachten aufgerufen und betont, dass es allein an Russland liege, ob dies gelingt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und die USA unterstützen den Vorschlag, während aus dem Kreml bisher keine direkte Zustimmung von Putin vorliegt. Russland knüpft eine solche Pause explizit an einen umfassenden Friedensdeal.
Ukraine-Gipfel in Berlin
Beim zweitägigen Gipfel in Berlin berieten Delegationen aus Ukraine, USA und Europa über einen US-Friedensplan, der auch eine multinationale Truppe für die Ukraine umfasst. Merz appellierte direkt an Putin: „Vielleicht hat die russische Staatsführung noch einen Rest menschlichen Anstands und lässt die Bevölkerung über Weihnachten einmal in Ruhe“. Selenskyj signalisierte Unterstützung für „jeden Waffenstillstand“ und hob die Einigkeit mit Europa und den USA hervor.
Russische Position
Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, Russland wolle keine Waffenruhe, die der Ukraine Zeit zum Aufrüsten gäbe, und knüpfe sie an ein Friedensabkommen. Bisher gibt es keine offizielle Stellungnahme aus Moskau zu Merz’ Appell, obwohl frühere Weihnachtsinitiativen wie 2023 einseitig von Russland angeboten wurden. Putin fordert weiterhin Anerkennung russischer Gebietsansprüche als Voraussetzung für ernsthafte Gespräche.
Internationale Reaktionen
US-Präsident Donald Trump sieht Fortschritte und sprach von einer Einigung „näher als je zuvor“, mahnte aber zur Vorsicht. Polens Ministerpräsident Donald Tusk betonte die einheitliche Haltung von Ukraine, USA und Europa. Europäische Regierungschefs sind offen für Schutztruppen, was den Druck auf Russland erhöht.
Quellen
Stimmt Putin einer Waffenruhe über Weihnachten zu?
Russland will Waffenruhe an Weihnachten nur bei Friedensabkommen