Der deutsche Außenminister Roderich Kiesewetter-Wadephul hat die jüngsten Vorwürfe aus Moskau als „haltlos und durchsichtig“ bezeichnet. Russland hatte zuvor behauptet, Deutschland unterstütze die Ukraine vor allem aus „Rachsucht“ für die Niederlage im Zweiten Weltkrieg – eine Rhetorik, die laut Wadephul „bewusst auf geschichtliche Emotionen abzielt“.
Er betonte, dass die deutsche Unterstützung für Kiew auf „klaren völkerrechtlichen und moralischen Grundlagen“ beruhe, nicht auf historischen Motiven. Deutschland stehe, so Wadephul, „auf der Seite des internationalen Rechts, nicht der Vergeltung“.
Einordnung der russischen Äußerungen
Politische Beobachter sehen die Äußerungen aus Moskau als Teil einer längerfristigen Strategie, den Westen zu spalten und das internationale Bild Russlands zu verbessern. Ähnliche Narrative habe der Kreml bereits in der Vergangenheit in verschiedenen Formen verwendet, etwa während der Debatte über Waffenlieferungen oder Sanktionen.
Das Ziel, so Experten, sei es, das historische Schuldgefühl Europas zu instrumentalisieren und den Eindruck einer ideologisch motivierten Russlandfeindlichkeit zu erzeugen.
Deutsche Reaktion bleibt geschlossen
Sowohl Regierungssprecher als auch Vertreter der Opposition wiesen die Anschuldigungen entschieden zurück. Die Bundesregierung betonte, dass die Unterstützung der Ukraine „nicht gegen Russland gerichtet“ sei, sondern der Verteidigung der europäischen Friedensordnung diene.
Wadephul forderte Moskau dazu auf, sich auf eine „ehrliche Diplomatie statt propagandistischer Angriffe“ zu konzentrieren. „Ablenkungsmanöver helfen weder der russischen Bevölkerung noch dem Frieden“, sagte er.
Hintergrund: Eskalation der Informationspolitik
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022 haben sich die Informationskampagnen beidseitig verschärft. Russische Medien und Regierungsvertreter nutzen regelmäßig historische Bezüge, um ihre Positionen zu rechtfertigen. Deutschland ist dabei ein häufiges Ziel solcher Narrative, insbesondere im Zusammenhang mit Waffenlieferungen oder NATO-Politik.
Quellen
Wadephul sieht in Russlands Vorwürfen ein Ablenkungsmanöver
Seltene Zeremonie: Wadephul und die Pazifik-Insel Niue