Power Rangers stehen erneut vor einer ungewissen Zukunft. Die geplante Live-Action-Serie bei Disney+ wird nicht weiterverfolgt – ein Projekt, das vor eineinhalb Jahren mit großem Aufwand entwickelt wurde und nun in der Entwicklungsphase stecken bleibt. Doch hinter dieser Entscheidung steckt mehr als nur eine enttäuschte Nachricht für Fans der 90er-Jahre-Kultserie. Es ist ein Lehrstück über die veränderten Machtverhältnisse im Streaming-Geschäft, über IP-Rechte, Budgetrealitäten und die Frage, wer in einer fragmentierten Medienlandschaft eigentlich das Sagen hat.
Die harten Fakten: Warum Disney+ aussteigt
Laut einem exklusiven Bericht von Deadline hat Disney+ beschlossen, die von Jonathan E. Steinberg und Dan Shotz entwickelte Power Rangers-Serie nicht über die Entwicklungsphase hinaus zu bringen. Die beiden Showrunner, die aktuell an der dritten Staffel von Percy Jackson and the Olympians arbeiten, sollten auch für diese Adaption verantwortlich zeichnen. Produziert hätte 20th Television in Zusammenarbeit mit Hasbro.
Die Gründe dafür sind weniger kreativ als vielmehr wirtschaftlicher Natur. Eine hochbudgetierte Live-Action-Superheldenserie wie Power Rangers ist eine massive Investition. Und hier kommt der entscheidende Punkt: Disney+ und 20th Television besitzen die Rechte an der Marke nicht. Die Power Rangers gehören Hasbro. In einer Zeit, in der Streaming-Plattformen zunehmend unter Druck stehen, profitabel zu werden, ist die Ökonomie einer solchen Lizenzproduktion einfach nicht attraktiv genug.
Das ist kein Einzelfall. Bereits vor einigen Jahren hatte Netflix versucht, eine Power Rangers-Live-Action-Serie auf die Beine zu stellen – und scheiterte ebenfalls an wirtschaftlichen Überlegungen. Hasbro sucht also bereits zum zweiten Mal nach einem Partner, der bereit ist, das Risiko einer teuren Adaption zu tragen.
Das größere Bild: Streaming-Strategien im Wandel
Die Absage der Power Rangers-Serie bei Disney+ ist symptomatisch für einen größeren Trend in der Streaming-Branche. In den frühen Tagen des Streaming-Booms warfen Plattformen mit Milliardenbeträgen um sich, um Inhalte zu sichern – unabhängig davon, ob sie die Rechte daran besaßen oder nicht. Heute, in einer Phase der Konsolidierung und Profitabilitätsorientierung, hat sich das Blatt gewendet.
Disney+ selbst hat in den letzten Monaten begonnen, seine Strategie zu überdenken. Während der Fokus einst fast ausschließlich auf hauseigenen Disney-IPs lag, öffnet sich die Plattform zunehmend für externe Marken. Entwicklung Deals für Serien wie Ella Enchanted und Casper zeigen, dass Disney+ durchaus bereit ist, fremdes IP zu adaptieren – aber offenbar nur unter bestimmten wirtschaftlichen Bedingungen.
Die Power Rangers passen hier nicht ins Bild. Zu teuer, zu riskant, zu wenig Kontrolle über die langfristige Verwertung. Für Disney+ ist es schlichtweg sinnvoller, in eigene Franchises wie Marvel, Star Wars oder Pixar zu investieren, wo die Margen höher und die Kontrolle vollständiger ist.
Die Rolle von Hasbro: Zwischen Spielzeug und Medienimperium
Hasbro, der Eigentümer der Power Rangers-Marke, befindet sich in einer schwierigen Position. Das Unternehmen ist traditionell ein Spielzeughersteller – Power Rangers spielsachen und power rangers spielzeug sind nach wie vor ein wichtiger Umsatztreiber. Doch in einer Zeit, in der Medienrechte und transmediale Verwertung immer wichtiger werden, sucht Hasbro nach Wegen, die Marke auch im Film- und Fernsehbereich zu etablieren.
Das Problem: Hasbro besitzt nicht die Infrastruktur eines Disney oder Netflix. Das Unternehmen ist auf Partner angewiesen, die bereit sind, die hohen Produktionskosten zu tragen. Doch wie die Geschichte zeigt, sind diese Partner zunehmend zurückhaltend. Die Power Rangers sind ein teures Pflaster – nicht nur wegen der aufwendigen Spezialeffekte und Action-Sequenzen, sondern auch wegen der komplexen Rechte- und Lizenzsituation.
Interessanterweise läuft das Power Rangers-Franchise in anderen Bereichen weiterhin erfolgreich. Die Comic-Serie von BOOM! Studios erfreut sich großer Beliebtheit, und auch die Spielzeuglinie Re-Ignition kommt bei Fans gut an. Doch ohne eine erfolgreiche Live-Action-Adaption bleibt die Marke im Hauptstream-Medienbereich unterrepräsentiert.
Was bedeutet das für Fans?
Für Fans der Power Rangers ist die Nachricht natürlich enttäuschend. Die Vorstellung, eine neue, hochwertig produzierte Serie mit den ikonischen Helden zu sehen, war verlockend. Besonders die Beteiligung der Percy Jackson-Showrunner hatte Hoffnungen geweckt, dass diesmal alles anders werden könnte.
Doch die Realität ist ernüchternd. Ohne einen Streaming-Partner, der bereit ist, das finanzielle Risiko zu tragen, wird es vorerst keine neue Power Rangers-Live-Action-Serie geben. Das bedeutet nicht, dass die Marke tot ist – im Gegenteil. Die Comics laufen erfolgreich, und auch power ranger kostüm-Verkäufe zu Halloween oder Karneval zeigen, dass die Nostalgie nach wie vor stark ist.
Auch der film power rangers-Bereich bleibt ein offenes Feld. Zwar wurde ein geplanter Kinoreboot bereits verworfen, doch solange die Nachfrage da ist, wird es früher oder später neue Versuche geben. Die Frage ist nur: Wer ist bereit, die Rechnung zu bezahlen?
Die Zukunft der Power Rangers: Wo geht es hin?
Die aktuelle Situation wirft eine grundlegende Frage auf: Wie kann ein Franchise wie Power Rangers in der heutigen Medienlandschaft überleben? Die Antwort liegt wahrscheinlich in einer Kombination aus verschiedenen Strategien.
Erstens: Transmediale Verwertung. Die Power Rangers sind bereits in Comics, Spielzeug (power rangers spielsachen, power rangers spielzeug) und Videospielen präsent. Eine stärkere Vernetzung dieser Bereiche könnte die Marke auch ohne teure Live-Action-Produktionen relevant halten.
Zweitens: Nostalgie als Asset. Die Power Rangers sind ein klassisches 90er-Jahre-Franchise. Das bedeutet: Eine treue Fanbase, die bereit ist, für Merchandise zu zahlen – sei es power ranger kostüm, Action-Figuren oder Sammlerstücke. Diese Nostalgie lässt sich monetarisieren, ohne dass Millionen in eine Serie investiert werden müssen.
Drittens: Neue Partnerschaften. Hasbro könnte versuchen, die Rechte an Power Rangers an einen Partner zu verkaufen oder zu verpachten, der mehr Kontrolle über die Verwertung hat. Ein Szenario, das in der Vergangenheit bereits bei anderen Franchises funktioniert hat.
Fazit: Ein Lehrstück für die Streaming-Ära
Die gescheiterte Power Rangers-Serie bei Disney+ ist mehr als nur eine enttäuschte Nachricht für Fans. Sie ist ein Lehrstück darüber, wie sich die Streaming-Landschaft verändert hat. In einer Zeit, in der Profitabilität wichtiger ist als Wachstum um jeden Preis, werden Projekte wie dieses zunehmend zum Risiko.
Für Hasbro bedeutet das: Die Suche nach einem Partner geht weiter. Für Fans: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und für die Branche insgesamt: Ein klares Signal, dass IP-Rechte und Budgetrealitäten in der Streaming-Ära entscheidender sind als je zuvor.
Die Power Rangers werden nicht verschwinden. Aber ihr Weg zurück ins Hauptprogramm der Popkultur wird steinig bleiben – solange niemand bereit ist, die Rechnung zu bezahlen.
Quellen
Die „Power Rangers“-Live-Action-Serie wird bei Disney+ nicht weiterverfolgt
Deadline: Disney+ streicht neue „Power Rangers“-Serie

