Eine neue Studie warnt vor einem dramatischen Anstieg des Gletscherverlusts: Je nach Erwärmungsszenario könnten zwischen 2041 und 2055 weltweit 2000 bis 4000 Gletscher pro Jahr verschwinden. Derzeit schmelzen bereits rund 800 bis 1000 Gletscher jährlich vollständig ab, doch dieser Trend beschleunigt sich rasant.
Studie offenbart Gipfel des Schwunds
Internationale Forscher prognostizieren in der Fachzeitschrift Nature Climate Change, dass der Höhepunkt des Gletscherverlusts Mitte des 21. Jahrhunderts erreicht wird. Bei einer Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius verschwinden ab 2041 etwa 2000 Gletscher jährlich, bei 4 Grad Celsius steigt die Zahl auf 4000 pro Jahr um 2055. Weltweit existieren derzeit rund 211.000 Gletscher, von denen bis 2100 unter dem 1,5-Grad-Szenario noch etwa 96.000 übrig bleiben könnten.
Besonders gefährdet: Alpen und Anden
Kleinere Gletscher in Regionen wie den Alpen, dem Kaukasus und den äquatornahen Anden sind am stärksten gefährdet. In Mitteleuropa könnten bei 1,5 Grad nur noch knapp 430 Gletscher überleben. Die Studie betont, dass der Schwund trotz Emissionsreduktionen durch die verzögerte Reaktion der Gletscher auf vergangene Erwärmung unvermeidlich ist.
Folgen für Wasser und Meeresspiegel
Der Gletscherverlust bedroht Süßwasserressourcen für Trinkwasser, Bewässerung und Kraftwerke. Seit 2000 haben Gletscher global 273 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr verloren, was zu einem Meeresspiegelanstieg von 18 Millimetern beitrug. Regionale Unterschiede sind enorm: In den Alpen bis zu 40 Prozent Volumenverlust seit Jahrzehnten.
Quellen
Weltweit könnten schon bald Tausende Gletscher pro Jahr schmelzen
Sehr bald Tausende Gletscher weniger pro Jahr – vor allem in Alpen