Noch immer sitzen rund 260 Afghaninnen und Afghanen mit verbindlichen Aufnahmezusagen in Pakistan fest. Nach Angaben des Auswärtigen Amts könnte der jüngste Evakuierungsflug Mitte Dezember der letzte in diesem Jahr gewesen sein. Damit bleibt unklar, wann die Betroffenen Deutschland tatsächlich erreichen können. Viele von ihnen leben seit Monaten in prekären Verhältnissen, da ihre pakistanischen Visa abgelaufen sind und ihnen nun eine Abschiebung droht.
Abschiebungsgefahr nimmt zu
Die pakistanischen Behörden gehen seit Wochen verstärkt gegen afghanische Geflüchtete ohne gültige Dokumente vor. Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen sind bereits Hunderttausende Afghanen zur Rückkehr gezwungen worden. Unter ihnen befinden sich auch ehemalige Ortskräfte und gefährdete Personen, denen die Bundesregierung zuvor Aufnahme zugesichert hatte.
Bundesregierung verweist auf „komplexe Lage“
Ein Sprecher des Auswärtigen Amts bestätigte, dass die Evakuierungsflüge fortgesetzt werden sollen, betonte jedoch die schwierige Sicherheits- und Rechtslage vor Ort. Man arbeite eng mit Pakistan und internationalen Partnern zusammen, um weitere Ausreisen zu ermöglichen. Konkrete Termine nannte das Ministerium nicht.
Menschenrechtsorganisationen fordern schnelle Hilfe
Organisationen wie „Pro Asyl“ und „Mission Lifeline“ kritisieren das langsame Tempo der Evakuierung. Sie fordern dringende humanitäre Lösungen, um gefährdete Personen nicht länger im Ungewissen zu lassen. Eine Sprecherin von „Pro Asyl“ erklärte, es sei „unakzeptabel, dass Menschen, die Deutschland bereits zugesagt hat, immer noch in Haft oder unter ständiger Abschiebungsgefahr leben müssen.“
Hintergrund: Ortskräfteprogramm und aktuelle Lage
Seit dem Machtwechsel in Afghanistan im August 2021 hat Deutschland mehr als 15.000 besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen aufgenommen, darunter ehemalige Ortskräfte, Menschenrechtsaktivistinnen und Journalisten. Trotzdem harren noch Tausende mit gültiger Aufnahmezusage in Nachbarländern aus – viele von ihnen in Pakistan, wo die politische Lage zunehmend restriktiver wird.
Quellen
Hunderte Afghanen warten noch immer
Dobrindt will “überwiegenden Teil” der Afghanen mit Zusage nach Deutschland holen






