Kurz vor dem Jahreswechsel hatte der frühere US-Präsident Donald Trump in einem Interview die Ukraine scharf angegriffen. Anlass war ein angeblicher Drohnenangriff auf die Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Nowo-Ogarjowo bei Moskau. Trump bezeichnete den Angriff als „gefährlichen Schritt“, der „den Dritten Weltkrieg provozieren könnte“.
Doch nur wenige Tage später zeigt sich ein drastischer Stimmungswechsel. In einer aktuellen Erklärung auf seiner eigenen Plattform „Truth Social“ relativierte Trump seine Aussagen und erklärte, dass „offenbar kein eindeutiger Beweis“ für eine ukrainische Verantwortung vorliege.
Zweifel an russischen Angaben wachsen
Trumps abrupte Kursänderung passt zu einer wachsenden Skepsis gegenüber russischen Medienberichten. Bereits mehrere westliche Geheimdienste hatten früher Zweifel geäußert, dass der angebliche Angriff tatsächlich von ukrainischer Seite durchgeführt wurde. US-Analysten verwiesen zudem auf widersprüchliche Satellitenbilder und russische Informationspolitik während des Kriegs.
Laut Einschätzungen unabhängiger Beobachter könnte der vermeintliche Angriff von Russland selbst inszeniert worden sein, um innenpolitische Unterstützung für den Krieg zu stärken – ein Vorgehen, das bereits bei früheren Konflikten vermutet wurde.
Innenpolitische Motive hinter Trumps Aussage?
Trumps Sinneswandel dürfte auch mit seiner innenpolitischen Lage in den USA zusammenhängen. Inmitten des laufenden Wahlkampfs für die Präsidentschaft 2024 bemüht er sich offenbar, seine außenpolitische Linie gegenüber Russland und der Ukraine neu zu justieren. Während er einerseits eine „Friedensinitiative“ angekündigt hat, will er zugleich vermeiden, als zu russlandfreundlich zu gelten.
Analysten sehen darin einen Versuch, sowohl isolationistische Wähler als auch militärskeptische Republikaner zu erreichen. Die widersprüchlichen Aussagen könnten jedoch seine Glaubwürdigkeit in außenpolitischen Fragen weiter schwächen.
Internationale Reaktionen
In Kiew reagierte man gelassen auf Trumps Kehrtwende. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, dass die Ukraine „keine Energie darauf verschwende, Wahlkampfrhetorik in den USA zu kommentieren“. Russische Staatsmedien hingegen interpretierten Trumps Rückzieher als Beweis für „gesundes Urteilsvermögen“ und nutzten seine Aussagen erneut zur Kritik an der westlichen Politik.
Quellen
Trump glaubt nun doch nicht mehr an ukrainischen Angriff auf Putins Residenz
Trump zweifelt Angriff auf Putin-Residenz an