In den vergangenen Tagen haben spiegelglatte Straßen und Wege zu einer Vielzahl von Unfällen geführt. Besonders betroffen sind laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) Notaufnahmen in mehreren Bundesländern. Der Präsident der DKG erklärte, dass die Belastung für Personal und Infrastruktur derzeit „extrem hoch“ sei. Viele Kliniken mussten zusätzliche Kapazitäten aktivieren, um den Zustrom verletzter Personen zu bewältigen.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) kam es in den frühen Morgenstunden erneut zu gefährlicher Glätte, insbesondere in Nord- und Ostdeutschland. Durch gefrierenden Regen und nasse Straßenflächen erhöhte sich das Risiko von Stürzen und Verkehrsunfällen erheblich.
Krankenhäuser am Rande ihrer Kapazitätsgrenzen
In zahlreichen Kliniken, vor allem in Ballungsräumen wie Hamburg, Berlin und Köln, sind die Notaufnahmen laut aktuellen Berichten an ihre Grenzen gestoßen. Viele Patienten erlitten Knochenbrüche, Prellungen oder Kopfverletzungen infolge von Stürzen. Ärztinnen und Ärzte berichten von einem deutlichen Anstieg solcher Verletzungsmuster in kurzer Zeit.
Der DKG-Präsident wies darauf hin, dass die ohnehin angespannte Personalsituation in Krankenhäusern durch solche Wetterphasen zusätzlich verschärft werde. Pflegekräfte und Notärzte seien im Dauereinsatz, während gleichzeitig planbare Eingriffe verschoben werden müssten, um die Akutversorgung sicherzustellen.
Wetterlage bleibt weiterhin kritisch
Auch am Dienstagmorgen warnte der Deutsche Wetterdienst vor anhaltender Glatteisbildung in mehreren Landesteilen. Besonders in höheren Lagen sowie auf Nebenstraßen sei weiterhin Vorsicht geboten. Autofahrer und Fußgänger sollten sich langsam und umsichtig bewegen, um Verletzungen zu vermeiden.
In Süddeutschland hat sich die Wetterlage zwar leicht entspannt, dennoch blieben viele Gehwege und kleinere Straßen gefährlich glatt. Experten empfehlen, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf ungeräumten Flächen besondere Vorsicht walten zu lassen.
Experten fordern bessere Prävention bei Eisglätte
Mehrere Verbände fordern inzwischen eine systematischere Prävention gegen Glatteisunfälle. Neben einer schnelleren Streuung und besserer Koordination zwischen Kommunen und Straßenmeistereien werden auch verstärkte Aufklärungskampagnen für Bürgerinnen und Bürger vorgeschlagen.
Laut einer Analyse des Statistischen Bundesamtes ereignen sich im Winter monatlich mehrere tausend Sturzunfälle durch Glatteis. Diese führen nicht nur zu hohen Behandlungskosten, sondern auch zu erheblichen volkswirtschaftlichen Ausfällen durch Arbeitsunfähigkeit.
Quellen
Notaufnahmen durch Glatteisunfälle “extrem belastet”
Glatteis überlastet Kliniken: Berlin am Anschlag, Hamburg doppelt so viele Verletzte