Die ugandische Wahlkommission hat Präsident Yoweri Museveni offiziell zum Sieger der Präsidentschaftswahl erklärt. Nach ihren Angaben erreichte der 81-Jährige eine deutliche Mehrheit der Stimmen. Museveni, der das Land seit 1986 regiert, sichert sich damit eine weitere Amtszeit an der Spitze des ostafrikanischen Staates.
Opposition beklagt massiven Wahlbetrug
Der führende Oppositionskandidat Bobi Wine, ein populärer Musiker und Politiker, wies das Ergebnis entschieden zurück. Er sprach von „systematischem Betrug“ und „massiver Unterdrückung der Opposition“. In den Tagen nach der Wahl wurden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen Internetzugänge eingeschränkt und zahlreiche Oppositionelle festgenommen.
Bobi Wine meldet sich nach Entführungsversuch
Berichten zufolge meldete sich Bobi Wine nach einem mutmaßlichen Entführungsversuch aus einem unbekannten Versteck. In einer Videobotschaft erklärte er, dass er weiterhin um demokratische Veränderungen in Uganda kämpfen werde – trotz der Repressionen. Unterstützer des Oppositionsführers forderten zugleich internationale Beobachter auf, die Wahlvorgänge zu überprüfen.
Internationale Reaktionen und Zweifel am Wahlprozess
Die Europäische Union und die Vereinten Nationen äußerten sich besorgt über den Ablauf der Abstimmung. Beobachter wiesen auf fehlende Transparenz, Behinderungen von Journalisten und Internetabschaltungen hin. Auch die USA forderten die ugandische Regierung auf, das Ergebnis zu überprüfen und sicherzustellen, dass die Bürgerrechte gewahrt werden.
Museveni verteidigt den Sieg als “Willen des Volkes”
In seiner Siegesrede erklärte Museveni, das Ergebnis spiegele den „Willen des ugandischen Volkes“ wider. Seine Regierung habe Stabilität und wirtschaftlichen Fortschritt gebracht. Kritiker hingegen sehen in seiner erneuten Wahl ein weiteres Kapitel autoritärer Herrschaft in einem Staat, der seit Jahrzehnten kaum politischen Wandel erlebt hat.
Quellen
Ugandas Wahlkommission erklärt Langzeitherrscher Museveni zum Wahlsieger
Der ugandische Präsident Yoweri Museveni sichert sich seine siebte Amtszeit, während die Opposition die Ergebnisse ablehnt.