Nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen wurden nun rund acht Millionen Seiten interner Akten im Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht. Laut US-Medien geben sie seltene Einblicke in das weitreichende Netzwerk des verurteilten Sexualstraftäters. Die Dokumente umfassen E-Mail-Korrespondenz, Besuchslisten, Flugprotokolle und private Notizen, die Beziehungen zu Politikern, Geschäftsmagnaten und Mitgliedern der Finanzelite offenlegen.
US-Handelsminister Lutnick gerät in Erklärungsnot
Besonderes Aufsehen erregt der Name von US-Handelsminister Howard Lutnick, der in mehreren E-Mail-Verläufen und Einladungslisten auftaucht. Aus den Unterlagen geht hervor, dass Lutnick in den frühen 2000er-Jahren an privaten Dinnern und Terminen mit Epstein teilnahm. Zwar bestreitet der Minister laut einer offiziellen Erklärung des Handelsministeriums jegliche Kenntnis über illegale Aktivitäten, doch die neuen Belege verstärken den öffentlichen Druck.
Kontakte zu Politik und Wirtschaft
Die neuen Akten enthalten laut „New York Times“ und „Washington Post“ zudem Hinweise auf regelmäßige Kontakte zwischen Epstein und führenden Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Technologiebranche – darunter auch bekannte Investoren aus Europa. Mehrere dieser Kontakte stünden heute in Spitzenpositionen internationaler Organisationen.
Ein Teil der Unterlagen zeigt, dass Epstein gezielt Menschen aus dem Machtumfeld einlud, um Einflussnetzwerke zu festigen und seine Reputation trotz strafrechtlicher Ermittlungen zu wahren.
Historischer Kontext und rechtliche Aufarbeitung
Jeffrey Epstein war 2019 in einem US-Gefängnis unter bis heute umstrittenen Umständen tot aufgefunden worden. Sein Vermögen und sein Umfeld sind seither Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Die aktuellen Veröffentlichungen stammen laut Gerichtsakten aus einem Archiv, das einst von Epsteins Anwälten zurückgehalten wurde, um laufende Verfahren nicht zu gefährden.
Juristen erwarten nun neue Klagen gegen frühere Geschäftspartner sowie mögliche parlamentarische Untersuchungen, da die Unterlagen auch staatliche Institutionen betreffen könnten.
Quellen
Neue Epstein-Akten legen weitere Details offen
Bill Gates, Elon Musk und Howard Lutnick stehen wegen ihrer Verbindungen zu Epstein erneut im Fokus der Öffentlichkeit.