Die „Washington Post“, eine der renommiertesten Zeitungen der USA und im Besitz von Jeff Bezos, hat umfangreiche Stellenstreichungen angekündigt. Etwa ein Drittel der Belegschaft, darunter rund 300 von 800 Journalisten, wird entlassen, um Kosten zu senken und die Zeitung rentabel zu machen. Diese Maßnahme markiert den drastischsten Sparkurs seit der Übernahme durch Bezos.
Hintergrund der Sparmaßnahmen
Die Kündigungen betreffen alle Abteilungen, einschließlich Redaktion, Geschäftsbereiche und Technik. Chefredakteur Matt Murray informierte die Mitarbeiter per Videokonferenz über die Umstrukturierung, die das Ziel hat, bis Ende 2026 die Break-even-Punkt zu erreichen. Die Zeitung kämpft mit sinkenden Abonnentenzahlen und Werbeeinnahmen, verstärkt durch Kontroversen wie die Unterlassung einer Wahlunterstützung 2024.
Betroffene Bereiche und Konsequenzen
Besonders hart trifft es die Sportredaktion, die vollständig aufgelöst wird, sowie die Bücherabteilung und das tägliche Podcast „Post Reports“. Internationale Korrespondentenbüros werden stark reduziert, ebenso die lokalen und Sportnachrichten. Die Gewerkschaft der Washington Post kritisiert die Kürzungen als Bedrohung für Glaubwürdigkeit und Reichweite.
Reaktionen und Ausblick
Journalisten und ehemalige Mitarbeiter äußern Entsetzen über die „verantwortungslosen“ Entscheidungen. Bezos selbst schwieg zu den Layoffs, während frühere Kürzungen 2025 bereits 100 Stellen betrafen. Die Maßnahmen sollen die Zeitung zukunftsfähig machen, doch Kritiker sehen eine Aushöhlung des Journalismus.
Quellen
“Washington Post” plant großen Stellenabbau
Washington Post announces massive layoffs in blow to storied paper