23.09.2026
6 Minuten Lesezeit

David Alaba vor Wechsel zu Udinese: Warum Italien für seine Karriere die richtige Zwischenstufe sein könnte

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@2026 picture alliance

David Alaba steht offenbar vor einerwichtigen Entscheidung, die seine Karriere noch einmal in eine neue Richtung lenken könnte. Nach monatelanger Vereinslosigkeit soll sich der frühere Verteidiger von Real Madrid und Bayern München mündlich mit Udinese Calciogeeinigt haben. Der Wechsel in die Serie A ist allerdings noch nicht offiziell bestätigt; medizinische Untersuchungen und weitereFormalitäten stehen noch aus.

Für den österreichischen Nationalspieler geht es dabei um mehr als einen gewöhnlichen Transfer. David Alaba muss nach einer langen Verletzungsphase beweisen, dass er auf höchstem Niveau noch regelmäßig spielen kann. Gleichzeitig bietet ihm Udinese die Möglichkeit, ohne den übermäßigen Druck eines europäischen Spitzenklubs wieder in den Wettkampfrhythmus zu finden.

Vom offenen Karrierekapitel zur konkreten Spur

Lange war unklar, ob David Alaba seine Profikarriere überhaupt fortsetzen würde. Sein Vertrag bei Real Madrid endete im Sommer 2026, nachdem der Österreicher in den vergangenen Spielzeiten immer wieder von schweren Verletzungen zurückgeworfen worden war. Eine Vertragsverlängerung beim spanischen Rekordmeister kam nicht zustande.

Zuletzt hatte Alaba kein neues Pflichtspiel bestritten. Auch seine Nichtnominierung für die ersten Nations-League-Partien sorgte für zusätzliche Spekulationen. Teamchef Ralf Rangnick machte deutlich, dass es für den Verteidiger zunächst wichtig sei, an seiner Fitness zu arbeiten und einen Verein zu finden, bei dem er regelmäßig trainieren und spielen kann.

Ein Karriereende wurde dennoch nicht offiziell angekündigt. Im Gegenteil: George Alaba, der seinen Sohn auch in beruflichen Fragen begleitet, betonte zuletzt, dass David Alaba fit sei und bald bekannt geben werde, wie es weitergeht. Interesse habe es aus den USA und Europa gegeben. Auch Austria Wien stand zeitweise im Mittelpunkt der Diskussion.

Nun scheint sich die Suche nach einem neuen Klub auf Italien zu konzentrieren. Nach Angaben des Transferexperten Fabrizio Romano besteht zwischen David Alaba und Udinese eine mündliche Einigung. Der endgültige Vertrag ist damit noch nicht unterschrieben, doch die Gespräche sollen weit fortgeschritten sein.

Warum Udinese sportlich Sinn ergibt

Auf den ersten Blick wirkt Udinese nicht wie der typische nächste Verein für einen Spieler mit Alabas Erfolgsbilanz. Der Österreicher gewann mit Bayern München und Real Madrid insgesamt viermal die Champions League und spielte jahrelang in den größten Partien des europäischen Fußballs. Udinese gehört nicht zur unmittelbaren Spitzengruppe der Serie A.

Gerade darin könnte aber der Reiz liegen.

David Alaba braucht nach seiner langen Pause vor allem regelmäßige Spielzeit. Bei einem Klub wie Real Madrid wären die Erwartungen sofort maximal gewesen. Jeder körperliche Rückschlag, jede schwächere Partie und jede fehlende Geschwindigkeit hätten eine neue Debatte ausgelöst. Bei Udinese könnte er dagegen schrittweise aufgebaut werden.

Der italienische Fußball verlangt von Verteidigern taktische Disziplin, gutes Stellungsspiel und ein ausgeprägtes Verständnis für defensive Abläufe. Diese Eigenschaften gehören traditionell zu Alabas größten Stärken. Er war nie ausschließlich ein Spieler, der von seiner Athletik lebte. Seine Übersicht, seine linke Fußtechnik und seine Fähigkeit, das Spiel aus der Abwehr heraus zu eröffnen, machen ihn auch im höheren Fußballalter wertvoll.

Für Udinese wäre Alaba deshalb nicht nur ein prominenter Name. Er könnte der Mannschaft Erfahrung, Führungsqualität und taktische Stabilität geben. Gerade ein Team aus dem Mittelfeld der Serie A kann von einem Spieler profitieren, der große Spiele kennt und jüngeren Kollegen Sicherheit vermittelt.

Ein vertrautes Umfeld in Norditalien

Auch das Umfeld könnte für David Alaba eine Rolle gespielt haben. Udinese wird von Kosta Runjaić trainiert, einem in Wien geborenen deutschen Coach. Diese Verbindung ist zwar keine Garantie für sportlichen Erfolg, kann den Einstieg aber erleichtern.

Nach Jahren bei internationalen Großklubs steht für Alaba vermutlich nicht mehr nur das höchste Gehalt oder der größte Vereinsname im Mittelpunkt. Entscheidend dürften vielmehr Trainingsbedingungen, medizinische Betreuung, seine Rolle im Kader und eine realistische Belastungssteuerung sein.

Ein Spieler, der mehrfach mit Knieproblemen zu kämpfen hatte, benötigt einen Klub, der seinen körperlichen Zustand ernst nimmt und nicht jede Woche dieselbe Intensität von ihm erwartet. Udinese könnte ihm einen kontrollierten Neustart ermöglichen. Dabei wäre es denkbar, dass Alaba zunächst nicht jedes Spiel über 90 Minuten bestreitet, sondern behutsam in die Mannschaft integriert wird.

Das wäre kein Zeichen von Schwäche, sondern eine vernünftige Strategie. Nach einer langen Unterbrechung ist der wichtigste Schritt nicht unbedingt ein sofortiges Stammplatzversprechen. Entscheidend ist, wieder eine stabile Abfolge aus Training, Einsätzen und Regeneration aufzubauen.

Austria Wien muss weiter warten

Eine Rückkehr zu Austria Wien hätte emotional deutlich mehr Gewicht gehabt. Bei der Wiener Austria begann David Alabas Weg in den Profifußball, bevor er 2009 zum FC Bayern München wechselte. Der Klub würde von seiner Rückkehr sportlich, wirtschaftlich und symbolisch profitieren.

George Alaba bestätigte, dass Austria Wien Interesse habe und auch David Alaba einer Rückkehr grundsätzlich nicht abgeneigt sei. Der Zeitpunkt sei jedoch noch nicht gekommen. Sein Sohn habe im Fußball noch viel vor.

Diese Aussage zeigt, wie der 34-Jährige seine Karriere offenbar betrachtet. Austria Wien wird nicht ausgeschlossen, aber eher als späteres Kapitel gesehen. Für David Alaba wäre ein Wechsel nach Wien wahrscheinlich mit der Erwartung verbunden, sofort als Führungsspieler, Identifikationsfigur und sportlicher Mittelpunkt aufzutreten.

Das könnte in einigen Jahren reizvoll sein. Im Moment scheint Alaba jedoch noch den Anspruch zu haben, sich in einer europäischen Topliga zu behaupten. Ein Engagement bei Udinese würde diese Perspektive offenhalten, während eine Austria-Rückkehr eher als Abschluss- oder Übergangsphase seiner Laufbahn wahrgenommen werden könnte.

Die Bedeutung für Österreich

Für die österreichische Nationalmannschaft ist Alabas Zukunft besonders wichtig. Er gehört zu den erfahrensten Spielern des Landes und war über Jahre Kapitän sowie zentrale Figur der Defensive. Bei der Weltmeisterschaft im Sommer stand er in allen vier Partien in der Startformation. Seitdem fehlt ihm jedoch die regelmäßige Wettkampfpraxis.

Ralf Rangnick hat die Tür für eine Rückkehr nicht grundsätzlich geschlossen. Voraussetzung dürfte allerdings sein, dass David Alaba bei seinem neuen Verein wieder verlässlich spielt. Die Nationalmannschaft kann es sich nicht leisten, einen nicht vollständig belastbaren Spieler allein aufgrund seines Namens einzusetzen.

Für Alaba selbst ist die Situation ebenfalls anspruchsvoll. Er muss nicht nur körperlich zurückkommen, sondern auch seine Rolle im ÖFB-Team neu definieren. Österreich verfügt über mehrere jüngere Spieler, die in den vergangenen Jahren Verantwortung übernommen haben. Der nächste Schritt könnte daher weniger darin bestehen, automatisch wieder jede Partie als Kapitän zu beginnen. Vielmehr müsste Alaba zeigen, dass er als erfahrener Organisator und Anführer weiterhin einen konkreten sportlichen Mehrwert bietet.

Ein erfolgreicher Neustart in der Serie A könnte diese Argumentation stärken. Bleibt er hingegen weiter ohne Spiele oder wird erneut von Verletzungen gebremst, dürfte eine Rückkehr in den Nationalteamkader deutlich schwieriger werden.

Nicht der große Name, sondern die richtige Belastung

Die Diskussion um David Alaba wurde zuletzt häufig auf eine einfache Frage reduziert: Ist er noch gut genug für den Spitzenfußball? Diese Frage greift zu kurz. Bei einem Spieler mit seiner Karriere geht es nicht allein um Qualität, sondern um Belastbarkeit, Rhythmus und die passende sportliche Umgebung.

Alaba verfügt weiterhin über Fähigkeiten, die nicht leicht zu ersetzen sind. Seine Vielseitigkeit erlaubt Einsätze als Innenverteidiger, linker Verteidiger oder im defensiven Mittelfeld. Zudem kennt er den Druck großer Spiele und kann jüngeren Mitspielern Orientierung geben.

Das Problem liegt vielmehr darin, ob sein Körper eine längere Saison mit regelmäßigen Spielen verkraftet. Genau deshalb wäre ein Wechsel zu Udinese möglicherweise sinnvoller als ein sofortiger Schritt zu einem Klub mit Champions-League-Ambitionen. Der italienische Verein könnte ihm Zeit geben, während Alaba gleichzeitig in einer der taktisch anspruchsvollsten Ligen Europas bleibt.

Auch für den Klub wäre die Verpflichtung kalkulierbar. Da der Österreicher ablösefrei wechseln kann, liegt das finanzielle Risiko vor allem im Gehalt und in der medizinischen Einschätzung. Für Udinese wäre ein fitter David Alaba ein außergewöhnlicher Gewinn. Sollte er jedoch dauerhaft ausfallen, müsste der Verein seine Kaderplanung entsprechend absichern.

Was als Nächstes entscheidend wird

In den kommenden Tagen dürften drei Punkte im Mittelpunkt stehen:

  • Die offizielle Vertragsunterzeichnung bei Udinese.
  • Das Ergebnis des Medizinchecks und die Einschätzung seiner aktuellen Belastbarkeit.
  • Die Frage, wann David Alaba erstmals wieder in einem Pflichtspiel eingesetzt werden kann.

Erst danach lässt sich beurteilen, ob der Wechsel tatsächlich der Beginn eines neuen Karriereabschnitts oder nur eine kurze Zwischenstation ist. Eine mündliche Einigung ist ein wichtiger Schritt, ersetzt aber keine medizinische Untersuchung und keinen unterschriebenen Vertrag.

Für David Alaba steht damit ein Neustart bevor, der bewusst anders aussehen könnte als seine bisherigen Stationen. Bei Bayern München und Real Madrid ging es um Titel, Rekorde und die größten Bühnen des Weltfußballs. Bei Udinese geht es zunächst um etwas Grundsätzlicheres: gesund bleiben, Vertrauen gewinnen und Woche für Woche wieder professionellen Fußball spielen.

Sollte dieser Plan aufgehen, könnte David Alaba später immer noch nach Wien zurückkehren. Die Austria bleibt als emotionale Option bestehen. Vorerst deutet jedoch vieles darauf hin, dass der österreichische Routinier seine Karriere in Italien fortsetzen will – nicht als nostalgischer Rückkehrer, sondern als Spieler, der noch immer sportliche Ziele verfolgt.

Quellen

Der Haken an der Austria-Rückkehr: Alaba vor Karrierefortsetzung
Bericht: Alaba vor Unterschrift bei Serie-A-Klub

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