Zum Holocaust-Gedenktag hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier der Opfer des Nationalsozialismus gedacht und die Verdienste der Überlebenden hervorgehoben. In einer Ansprache betonte er, dass Erinnern nicht allein eine historische Pflicht sei, sondern eine moralische Verantwortung für die Gegenwart. Die Überlebenden, so Steinmeier, hätten „durch ihr Zeugnis das Fundament unserer Erinnerungskultur geschaffen“.
Bestürzung über wachsenden Antisemitismus
In einem Interview mit der ARD zeigte sich Steinmeier besorgt über den zunehmenden Antisemitismus in Deutschland und Europa. Er sprach von einer „verstörenden Tendenz“, dass jüdisches Leben erneut bedroht werde – in Schulen, im Internet und auf den Straßen. „Es kommt jetzt darauf an, dass wir Haltung zeigen“, sagte das Staatsoberhaupt. Demokratie und Zivilgesellschaft müssten sich geschlossen gegen Hass und Hetze stellen.
Bedeutung des Gedenktages für die Gegenwart
Der Holocaust-Gedenktag am 27. Januar erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 1945. In seiner Rede verband Steinmeier das historische Gedenken mit einem entschiedenen Appell an die Gesellschaft. Gerade angesichts globaler Krisen, digitaler Desinformation und wachsender politischer Polarisierung dürfe das Erinnern kein formaler Akt bleiben.
Appell an die junge Generation
Besonders wandte sich Steinmeier an junge Menschen und Bildungseinrichtungen. Er forderte, die Erinnerung an den Holocaust lebendig zu halten – auch gegenüber der zunehmenden Zahl von Menschen, deren Großelterngeneration die NS-Zeit nur noch aus Erzählungen kennt. „Die Zukunft der Erinnerung liegt in den Händen der Jüngeren“, unterstrich der Bundespräsident.
Quellen
“Es kommt jetzt darauf an, dass wir Haltung zeigen”
Bundespräsident Steinmeier fordert “Haltung und Handeln” gegen Antisemitismus