Der Arbeitsmarkt in Deutschland stagniert seit Monaten und bietet Arbeitslosen so geringe Chancen wie nie zuvor. BA-Chefin Andrea Nahles betont, dass keine Arbeitnehmergruppe vor Jobverlust geschützt ist, während Berufseinsteiger besonders leiden. Im November 2025 fanden nur 5,66 von 100 Arbeitslosen einen neuen Job, ein Indikatorwert auf Tiefststand.
Stagnation am Arbeitsmarkt
Die Arbeitslosenzahl liegt trotz leichter Rückgänge saisonbereinigt bei rund 2,9 Millionen, mit einer Quote von etwa 6,3 Prozent. Nahles beschreibt den Markt als „wie ein Brett“ ohne Dynamik, da offene Stellen auf 1,06 Millionen gesunken sind – ein Rückgang um 47 Prozent seit 2022. Das Verhältnis von 2,8 Arbeitslosen pro Stelle unterstreicht die Abkühlung durch Wirtschaftsstagnation und externe Faktoren wie den Ukraine-Krieg.
Keine Gruppe vor Jobverlust sicher
Aktuell ist aus Sicht der BA-Chefin keine Berufsgruppe vor Kündigungen gefeit, unabhängig von Qualifikation. Gut Ausgebildete haben zwar die besten Chancen, doch der allgemeine Druck wächst durch Rezession und Demografie. Nahles kritisiert zudem die Bürgergeld-Reform als problematisch für die Jobvermittlung.
Berufseinsteiger am härtesten betroffen
Für junge Menschen sind die Aussichten am schlechtesten: In den letzten 25 Jahren wurden so wenige in Ausbildungen vermittelt wie 2025. Stellen für Einsteiger sind um 45 Prozent gesunken, trotz Fachkräftemangels von über 700.000 Positionen bis 2027. Nahles rät zu Flexibilität bei Berufswahl und Umzug, da Jobs oft regional begrenzt sind.
Quellen
Chancen für Arbeitslose so schlecht wie nie
Jobchancen auf Tiefpunkt – Wen die Arbeitslosigkeit trifft