Norwegische Behörden haben eine Untersuchung gegen den ehemaligen Premierminister Thorbjørn Jagland eingeleitet, basierend auf kürzlich freigegebenen Epstein-Dokumenten aus den USA. Die Polizei vermutet „schwerwiegende Korruption“ und prüft, ob Jagland Geschenke, Reisen oder Kredite im Zusammenhang mit seinen Ämtern annahm. Okokrim, die norwegische Einheit für Wirtschaftskriminalität, hat die Aufhebung seiner diplomatischen Immunität beantragt.
Details der Epstein-Verbindungen
Die Akten offenbaren umfangreiche Korrespondenz zwischen Jagland, der von 1996 bis 1997 norwegischer Premier war, und Jeffrey Epstein. Es gibt Hinweise auf einen geplanten Familienbesuch auf Epsteins Privatinsel in der Karibik im Jahr 2014, der jedoch abgesagt wurde. Jagland bekannte sich zu „schlechtem Urteilsvermögen“ in der Beziehung zu Epstein nach seiner Verurteilung.
Politische und diplomatische Folgen
Das norwegische Außenministerium unterstützt die Immunitätsaufhebung und schlägt vor, dies beim Europarat vorzuschlagen. Premierminister Jonas Gahr Støre betonte die Ernsthaftigkeit der neuen Fragen, die durch die Akten aufgeworfen werden. Der Skandal betrifft auch weitere Figuren wie Kronprinzessin Mette-Marit, die Kontakte zu Epstein eingestand.
Reaktionen und Kontext
Jagland war zudem Generalsekretär des Europarats (2009–2019) und Vorsitzender des Norwegischen Nobelkomitees (2009–2015). Die Untersuchung zielt auf mögliche Vorteile ab, die er in diesen Positionen erhalten haben könnte. Norwegens Außenminister Espen Barth Eide forderte volle Aufklärung der Fakten.
Quellen
Epstein-Akten belegen Verbindungen des ehemaligen norwegischen Premierministers zu Sexualstraftätern
Die norwegische Polizei ermittelt gegen den ehemaligen Premierminister Jagland wegen Verbindungen zu Epstein.